GENTECHNIK


Pro


Zusatznutzen/Effizienz von GVO

  • "Gentechnik spart Arbeit, Energie und wird deshalb dazu beitragen, den CO2 -Ausstoß zu vermindern, Erträge zu erhöhen. Wenn wir die erhöhten Erträge nicht zur Ernährung brauchen, können wir sie zur Energieerzeugung oder als nachwachsende Rohstoffe einsetzen, oder aber mehr Land in geschützte Biotope umwandeln." (Peter Welters, Phytowelt)
  • Gentechnisch veränderte Pflanzen sind dank veränderter Produkteigenschaften leichter und effizienter industriell zu verarbeiten (Bsp. Kartoffel Amflora)
  • Zusatznutzen für Verbraucher, Functional Food (Vitamin A-haltiger Reis)
  • Gentechnisch veränderte Früchte lassen sich besser transportieren und lagern
  • höhere Qualität der Produkte


Gesundheit
  • "Gentechnisch veränderte Pflanzen sind mindestens so sicher wie Pflanzen aus konventioneller Züchtung. Die konventionelle Züchtung zielt ähnlich wie die Gentechnik auf Merkmale, die die Widerstandsfähigkeit oder die Inhaltsstoffe von Pflanzen verbessern. Gentechnisch veränderte Pflanzen werden allerdings weitaus stärker kontrolliert - vom Labor bis zum fertigen Produkt." (Susanne Benner, BASF)
  • "Bevor wir ein genetisches Merkmal in eine andere Pflanze übertragen, charakterisieren wir sehr genau, welche Eigenschaft dieses Gen auslöst. Heute können wir sehr präzise vorhersagen, ob ein Gen möglicherweise Allergien auslöst. Ein solches Produkt würde zudem niemals zugelassen, weder in den USA noch in Europa." (Susanne Benner)
  • "In den USA essen die Menschen seit 10 Jahren GVO-Nahrungsmittel ohne dadurch krank zu werden." (Michael Miersch, Publizist)
  • "Gefahren bestehen nur hypothetisch. Es handelt sich um 'gefühlte' Risiken" (MdB Christel Happach-Kaspan, FDP)

Auskreuzung
  • "Eine mögliche Vermischung von zugelassenen GVO mit konventionell gezüchteten Pflanzen halte ich für ungefährlich, da diese Pflanzen sehr intensiv auf mögliche Gefahren getestet wurden. Anstatt aus ideologischen Gründen eine Technologie verhindern zu wollen, sollten die besten Ideen aus allen Bereichen kombiniert werden." (Peter Welters, Phytowelt)
  • "Eine Vielzahl von Studien zeigt, dass deutlich geringere Abstände ausreichen, um beim Mais Vermischung auszuschließen. Wissenschaftler sprechen von 25 bis 80 Metern. Übrigens geht es bei den Abstandsregelungen nicht um einen Sicherheitsaspekt für Mensch oder Umwelt. Es geht darum, aus wirtschaftlichen Gründen die Vermischung auf ein Mindestmaß zu reduzieren." (Susanne Benner)

Umweltfreundlich durch weniger Chemie
  • "Mit gentechnisch veränderten Pflanzen müssen weniger Chemikalien eingesetzt werden, weil bestimmte Schädlinge gar nicht an die Pflanze herankommen. Wir entwickeln derzeit eine Kartoffel, die gegen die so genannte Kraut- und Knollenfäule geschützt ist. Ein Landwirt, der sich für diese Sorte entscheidet, wird flexibler sein und weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen müssen." (Susanne Benner)
  • geringerer Einsatz von umweltbelastenden Pflanzenschutzmitteln

Anpassung an den Klimawandel
  • Gentechnik liefert Pflanzen für Problemstandorte, dies ist besonders im Kontext des Klimawandels wichtig
  • "Gentechnik optimiert die Landwirtschaft und macht sie effizienter. Die Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten ist nur einer der Fokuspunkte. Ein zunehmend wichtiger Bereich ist die Anpassung an die veränderten klimatischen Bedingungen. Wir merken ja mittlerweile auch in Europa, dass es relativ trockene Perioden gibt. In Feldversuchen arbeiten wir daran, Pflanzen besser vor Trockenheit zu schützen. Dazu kommt das Thema Pflanze als Energiequelle. Wir werden die konventionelle Züchtung nicht ersetzen, aber mit der Gentechnik werden wir bei Energiepflanzen Ertragssteigerungen von mehr als 20 Prozent haben." (Susanne Benner)
  • "Wir können auf die Hilfe von Gentechnik nicht verzichten, wenn wir die Herausforderung in der Landwirtschaft durch den Klimawandel rechtzeitig bewältigen wollen." (Inge Broer, Uni Rostock)

Hungerbekämpfung
  • GV-Pflanzen und Tiere wachsen schneller und sind damit unverzichtbar für wachsenden Markt der nachwachsenden Rohstoffe (Bioenergie und Nahrungsmittelsicherheit)
  • höhere Ernteerträge --> Sicherung der Welternährung
  • Das Argument, Genpflanzen könnten den Hunger in der Welt beseitigen, stellen Sie nicht mehr in den Mittelpunkt?
"Das hat, glaube ich, auch nie jemand gemacht. Es wird leider immer wieder unterstellt, dass die Industrie dieses Argument vorgebracht hätte. Wir sind uns alle im Klaren darüber, dass Hunger auch politische und strukturelle Ursachen hat. Gentechnik kann einen Beitrag leisten, etwa beim Energieproblem. Aber die politischen und strukturellen Grundprobleme der Welt kann Gentechnik nicht lösen." (Susanne Benner)

Arbeitsplätze
  • "In Europa dagegen werden Ängste vor Gentechnik geschürt. Dadurch wird Innovation verhindert, die für Schaffung und Erhalt hochwertiger Arbeitsplätze in Landwirtschaft und chemischer Industrie notwendig wäre. Wenn wir die preiswerte Produktion nachwachsender Rohstoffe verhindern, werden die Arbeitsplätze dorthin wandern, wo die neuesten Technologien eingesetzt und gefördert werden, z.B. in die USA oder nach Kanada." (Peter Welters)




Kontra

  • Gentechnisch veränderte Organismen können sich unkontrolliert auskreuzen und verbreiten (durch Insekten, Tiere, Menschen, Wind) --> Koexistenz zwischen konventioneller Züchtung und Gentechnik nicht möglich (z.B. GV-Mais in Wildpopulationen in Mexiko gefunden)
"Sobald GVO im Freiland angebaut werden und eine Vermischung stattfindet, ist diese irreversibel. Das bedeutet: Man kann dies nicht mehr rückgängig machen. Im Freiland ist das wesentlich problematischer als beispielsweise bei der Weißen Gentechnik, die im geschlossenen System stattfindet. Die Ausbreitung der gentechnisch manipulierten Pflanzen geschieht völlig unkontrolliert. Und dass sie stattfindet und sich mit Naturpflanzen vermischt, ist nachweisbar, davon sind auch Wildpflanzen betroffen. Das Problem wird dann sehr schnell sein, dass man keine garantiert GVO -freien Getreide und Feldfrüchte mehr anbieten kann." (Heinz-Josef Thunecke, Bioland NRW)
  • Gentechnik bedroht Vielfalt der natürlichen Kultursorten/Biodiversität: Verunreinigung des traditionellen Saatguts durch Auskreuzung. Zudem werden GVO zumeist in großen Monokulturen angebaut (Bsp. Indien: Monsanto kaufte fast gesamte Saatguthersteller auf und bestimmt nun das Saatgutangebot. Natürliche Wildkräuter werden durch Totalherbizide (siehe herbizidresistente GVO) vernichtet. Weiterhin sind GVO durch selektive Vorteile (schnelleres Wachstum, Toleration von Extrembedingungen) gegenüber Wildpflanzen im Vorteil und können sich invasiv verhalten, d.h. natürliche Arten verdrängen. Besondere Gefahren bei Nähe zu Naturschutzgebieten:
http://www.absolut-bio.de/gentechnik-kontra-artenvielfalt/

"Die meisten Probleme der modernen Landwirtschaft gründen in ihr selbst: Monokulturen provozieren z. B. massenhaften Schädlingsbefall und in dessen Folge Ernteausfälle.
Gentechnisch manipulierte Pflanzen werden diese Probleme verstärken.
Der Versuch, Nutzpflanzen auf gentechnischem Weg resistent gegen Schädlinge oder Krankheiten zu machen, kann nur kurzfristig Erfolg haben. Die Gentechnik bekämpft nicht die Ursachen. Sie verschärft die vorhandenen Probleme." (Genethisches Netzwerk)

  • Gefahren für Mensch und Umwelt: Resistenzen bei Ackerunkräutern, Enstehen sog. Superunkräuter (Bsp. USA Traubenkraut). Bei Bt-Pflanzen auch Schädigung von Nichtzielorganismen (auch andere Schmetterlinge als Maiszünsler vernichtet) und auch hier Resistenzenbildung.
  • gesundheitliche Risiken: Allergien durch neue Eiweiße, Antibiotikaresistenzen, Fütterungsversuche bei Ratten zeigten gesundheitliche Schäden wie Krankheiten und Unfruchtbarkeit, Bienensterben
"Wir wissen nicht, was geschieht, wenn man GVO freisetzt. Daher wissen wir auch nicht, ob es Schäden gibt. Es ist und bleibt also eine Risikotechnologie." (Heinz-Josef Thunecke)
  • Überschreitung der Artgrenzen birgt unvorhersehbare Risiken. Z.B. könnten Antibiotikaresistenzgene von transgener Pflanze auf Boden- und Darmbakterien übergehen
  • gentechnisch erzeugte Konstrukte sind instabil --> Gefahr bei langlebigen Organismen (Bäume)
  • GV fördert monopolistische Strukturen: treibt Industrialisierung der Landwirtschaft weiter voran. Dominanz einiger weniger Chemie- und Saatgutunternehmen. Von Monsanto stammen 90% aller GV-Pflanzen
"Schon die sog. "grüne Revolution" hat die Landwirtschaft verändert: Hochertragssorten brauchen Kunstdünger, chemischen "Pflanzenschutz" und eine hochtechnisierte Anbauweise auf großen Flächen. Heute wissen wir, daß diese Entwicklung allen geschadet hat. Die Folge: Vernichtung bäuerlicher Existenzen, Generosion, die Abhängigkeit der BäuerInnen von industriellem Saatgut, großem Maschinenpark, Krediten und ständig neuen Chemiecocktails.
Wer sich einmal auf die Verheißungen der Agroindustrie eingelassen hatte, ruinierte die Böden und befand sich zudem in den Händen der Kreditgeber und der Saatgutindustrie. Dies war vor allem für KleinbäuerInnen in den ärmeren Ländern fatal.
In den letzten Jahren haben transnationale Konzerne (Petro-, Agro- und Pharmachemie etc.) einen Großteil der Saatgutbranche aufgekauft. Damit unterliegt die Produktion von Saatgut den Interessen der Großindustrie.
Gentechnik ist hier das Mittel, die Landwirtschaft noch mehr unter den Einfluß der Konzerne zu bringen. Ein Forschungsziel der Gentechniker ist die Entwicklung von Pflanzen, die gegen Pflanzengifte des jeweiligen Multis widerstandsfähig sind. Damit kann dann das Saatgut mit zugehöriger Chemie als Paket verkauft werden." (Wetterauer Erklärung des Genethischen Netzwerkes)
  • GVO unterliegen dem Patentrecht --> Abhängigkeitsverhältnisse und Beherrschung des Marktes durch wenige Konzerne
"Im Zoll- und Handelsabkommen (GATT) wurde vor allem durch die USA ein Patentrecht durchgesetzt, das Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere erfaßt. Die Patente auf Lebewesen sollen sich demnach sogar auf die Nachkommen von patentierter sog. "lebender Materie" ("living matter") erstrecken. Die Umsetzung des Abkommens in nationales Recht wird von Basisbewegungen bekämpft. Die Gentechnik ist nur dann rentabel, wenn manipulierte Organismen und Zellen Patentschutz erhalten.
  • Patente auf Leben wandeln ein Gemeingut, das vorher allen diente, in Ware um. Das geht soweit, daß in der Natur vorkommende unveränderte genetische Ressourcen privatisiert werden sollen. Die Industrie will sich dadurch das Wissen und die jahrhundertealte Erfahrung der bäuerlichen Landwirtschaft weltweit sowie die Vielfalt der Natur aneignen. Dies ist nichts anderes als Gen-Piraterie." (Genethisches Netzwerk)
  • gibt kaum unabhängige Studien
  • bisher keine Hinweise auf geringeren Pestizideinsatz (eher höheren durch Resistenzen) und Ertragssteigerung
  • Auftreten konkreter Probleme: Kartoffeln, die mit einem Schneeglöckchen-Gen gegen Insektenfraß resistent gemacht worden waren und Immunsystem und Organe von Ratten schädigten. Pappeln, die zur falschen Jahreszeit blühten. Genbaumwolle, welche die Kapseln bereits vor der Ernte abwarf.
  • zum Hunger-Argument. Braucht man Gentechnik um die Welt zu ernähren?
"Nein. Allein in Indien bringen sich 7.000 bis 9.000 Bauern jährlich um, weil sie das Saatgut nicht bezahlen können. Gerade in den Entwicklungsländern können sich Landwirte die teuren GVO nicht leisten, denn die sind mit einer hohen Lizenzgebühr versehen. Zudem sind es häufig Produkte wie Soja, Mais und Baumwolle, die nicht unbedingt für den Verzehr bestimmt sind. Was wir brauchen sind Zugang zu Wasser, Saatgut und Fläche. Denn wir haben ja nicht wirklich zu wenig Nahrung." (Heinz-Josef Thunecke)
  • Gen-Soja vernichtet den Regenwald. 80% der weltweit angebauten Genpflanzen landen im Futtertrog von Kühen, Hühnern und Schweinen. Aufgrund des steigenden Fleischkonsums immer mehr Flächenbedarf
  • Überwachung der Freisetzungen scheitert. Trotz Studienergebnisse, in denen Gesundheitsschäden an Tieren nachgewiesen werden konnten, sprachen sich zuständige Behörden für Zulassung aus


Quellen:
Adams, Martina (2008): Chancen und Risiken der Gentechnik. (Sonderheft Gentechnik des Pomologen Verein e.V.) Weilburg.
Greenpeace (2005): Gute Gründe gegen Gentechnik. Hamburg.
http://www.genzukunft.de/Gentechnik/Pro-und-Contra-zur-Gentechnik/Pro-und-Contra-zur-Gentechnik.html

http://www.transgen.ch/t14.html
http://www.wdr.de/themen/wissen/biologie/gruene_gentechnik/070808.jhtml
http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/gen/1995/wetterauer-erklaerung
http://www.n-tv.de/wissen/Praezise-und-sicher-article16132.html